Saturday, 14 December 2013

Sunday, 3 November 2013

WORKSHOP in Planung für Anfang 2014

UPDATE:  Es wird ein 1-Tages-Workshop. Genauer Termin folgt demnächst.

Ich plane für ab März 2014 neue Workshops in meinem Atelier zwischen Köln und Bonn.

Kreativität und Malerei mit Naturfarben.

Wir stellen Naturfarben wie z.B. Eitempera, Kaseinfarbe oder Wasserfarbe her. Ich gebe Anregungen, wie Sie eigene Bildideen finden und umsetzen können. Sie lernen Erdpigmente kennen.

Ich zeige Ihnen Maltechniken, vermittele auf Wunsch Wissen zu Farbtheorie und anderen Themen rund um Malerei. Auf Wunsch können wir uns auch den Themen Portrait und figürliche Darstellung widmen. Sie können aber auch gerne abstrakt und experimentell arbeiten.

Kurzum ein schöner Tag voller Kreativität,  leckerem Essen und gemeinsamem Arbeiten und Spaß haben (min. 3/max. 6 Teilnehmer

Kosten: 85 EURO inkl. Material und Essen.

Mehr INFOS gibt es hier

Friday, 19 July 2013

Hautfarbe in Portraits mit Erdpigmenten

Ich liebe Erdpigmente und Eisenoxide und meine Palette besteht zu 90% daraus. Ich male sehr oft Portraits und benutze natürlich auch dafür Erdpigmente.

Das ist logischerweise nicht unbedingt die beste Wahl für alle, die wirklich naturalistisch malen wollen. Ich liebe aber eben genau die Limitation und mich stören die fehlenden Nuancen nicht.

Neben Erden und Oxiden benutze aber auch ich einige andere Pigmente, wie Ultramarinblau und-rot, Titanweiß und manchmal Karminrot.


Erstmal vorneweg: Eine Hautfarbe an sich gibt es nicht. Menschliche Haut ist je nach Typ unterschiedlich pigmentiert. Aber auch in einem einzigen Gesicht gibt es große Unterschiede. An manchen Stellen ist die Haut z.B.  dünner als an anderen, weshalb Blutgefäße durchschimmern und die Haut rötlicher/wärmer aussieht, manche Bereiche sind behaart usw. Auch die Farbe der Umgebung hat Einfluss auf die Hautfarbe, genauso wie das Licht und und und...

Eine Menge Beobachtung und Übung sind also unerlässlich für das Malen von einigermaßen lebendig aussehenden Portraits. Wie immer lohnt sich also ausprobieren : D

Folgende Erden nehme ich gerne für helle Haut:  Venetianischrot und heller Ocker oder Goldocker. Für die Schatten nutze ich gerne Ultramarin. Ich male außerdem oft transparent und nutze den weißen Untergrund.

Wer deckend malen möchte braucht zusätzlich ein deckendes Weiß wie z.B. Titandioxid.
Ich benutze gerne ein natürlich vorkommendes Titandioxid, das jedoch sehr gelblich ist. Je nach Hautfarbe nehme ich außerdem Ultramarinrot (kühles lilapink).

Für dunklere Haut nehme ich gerne Venetianischrot und Umbra natur. Auch gebrannte und ungebrannte Siena passt oft gut. Schatten lege ich entweder mit Ultramarin an oder benutze helle grüne Erde und grüne Umbra.

Grob gesagt kommt man mit einem Rot, einem Ocker und einem Grün oder Blau schon sehr weit.

Wer mag, probiert es einfach mal aus. Ich bevorzuge zwar Eitempera als Bindemittel, aber auch z.B. Gummi Arabicum und Kaseinfarbe eignen sich zum Malen von Portraits. Wer will kann die Erdpigmente natürlich auch mit Acrylbinder vermalen.


Tuesday, 11 June 2013

Fragen und Antworten zu Naturfarben

Da immer mal wieder ähnliche Fragen zu den verschiedenen Farben kommen, versuche ich hier mal ein paar Antworten zusammenzustellen (ABER: Ohne Gewähr. Manchmal machen die Farben nämlich einfach, was sie wollen)


All diese Ergebnisse beruhen auf meinen eigenen Experimenten und sind natürlich nicht die einzige Wahrheit. Naturfarben sind ein tolles Feld für Experimente und die Ergebnisse variierien aufgrund aller möglichen Faktoren (Wasserhärte, Pigment, Art des Quarks/Leinöls etc.)


Sind Kaseinfarben wasserfest?

Nur bedingt. Für den Innenbereich und als Grundierung ist die annähernde Wasserfestigkeit' der Kaseinfarbe vollkommen aureichend. Ständiger Kontakt mit Wasser (z:B. Regen im Außenbereich) sollte aber vermieden werden.

Wasserfester als Kaseinfarbe und möglicherweise sogar für den Außenbereich geeignet ist Kaseintempera (max 20% Leinölfirnis in den Kaseinleim geben).

Ich selbst habe es allerdings noch nicht getestet, nachzulesen aber bei Knieriemen/Krampfer/Ziesemann in ihrem Buch 'Natürliche Farben'.


Hilfe meine weiße Eitempera gilbt. Was kann ich tun?

Leinöl neigt zum Gilben- je nach Qualität etwas mehr oder weniger. Speziell, wenn Bilder dunkel gelagert werden kommt es zu Verfärbungen. Durch indirektes(!) Sonnenlicht hellt sich das Leinöl jedoch mitunter wieder auf. 

Wichtig ist auch, während des Malprozesses das Bild im Hellen trocknen/oxidieren zu lassen (also besser nicht abdecken oder umdrehen).

Ganz reinweiße Farbe ist mit Leinöl schwierig Angeblich ist Walnussöl eine (leider teure) Alternative, die weniger zum Gilben neigen soll. Mich stört das leicht gelbliche nicht, deshalb habe ich bisher kein Walnussöl verwendet.

Wer ganz brillante, gilbungsfreie Farben will kann Kaseinfarbe auf Holz ausprobieren. Die Strahlkraft der Pigmente in Kasein ist nämlich wirklich toll und es gilbt absolut nichts.  


Muss ich Pigmente einsumpfen?

Eigentlich nicht. Bei kleinen Mengen sumpfe ich nicht ein. Erdpigmente sind in der Regel nicht so fein gemahlen. Bei feinem Pigmentstaub ist es aber auf jeden Fall gesünder und angenehmer sie einzusumpfen. Man kann aber auch einfach ein Staubmaske tragen und die trockenen Pimente verwenden.

Blaupigmente sind manchmal etwas störrisch, da kann Einsumpfen schon helfen, aber für die Qualität der  Farbe finde ich es unwichtig.

Champagnerkreide für Kaseingrund und Wandfarbe sumpfe ich hingegen IMMER ein. Kreide klumpt einfach zu sehr. Einfach die Kreide in etwas Wasser zu einer festen Paste anmischen. Ein wenig ruhen lassen, bis die Paste glatt ist. Fertig!


Muss ich Temperafarben anreiben?

Nein. Einfach Pigmente einrühren reicht vollkommen aus. Bei Ölfarben mag es vielleicht hilfreich sein, aber für Eitempera und Kasein ist es nicht nötig.


Ist Eitempera wasserfest?

Nach meinen bisherigen Erfahrungen ist sie es tatsächlich. Sie hat sogar schon die Waschmaschine überlebt.


Wie lange muss Eitempera trocknen?

Eitempera trocknet auf zwei unterschiedlich Arten. Zum einen verdunstet das Wasser und zum anderen härtet das Leinöl durch Oxidation mit Sauerstoff aus. Wenn das Wasser verdunstet wirkt die Tempera oberflächentrocken und lässt sich übermalen. Die Farbe lässt sich jedoch auch problemlos mit Wasser und  Pinsel, Tuch oder Schwamm wieder ablösen. Erst wenn auch das Leinöl ausgehärte ist, ist die Farbe wasserfest.

Es hängt ein wenig vom verwendeten Leinölfirnis und auch von den Pigmenten ab, wie schnell das Leinöl oxidiert. Je nach Firnis sind unerschiedliche Trockenstoffe drin und auch Pigmente können die Trocknung beeinflussen. 

Ehrlich gesagt, weiß ich nicht genau wann die Farbe richtig durchoxidiert ist. Ich transportiere frische Bilder immer sehr vorsichtig und das klappt auch sehr gut. Man muss normalerweise schon etwas reiben um die Farbe runterzubekommen. Richtig 'trocken' sind sie aber wahrscheinlich erst nach ein paar Monaten.


Gibt es auch vegane Naturfarben?

Eitempera und Kasein sind logischerweise nicht vegan. Wer natürliche Bindemittel ohne Rohstoffe von Tieren verwenden möchte kann Gummi Arabicum nehmen. 

Gummi eignet sich entweder als Wasserfarbe auf Papier oder mit Leinöl emulgiert als Gummitempera auf Leinwand. Als Grundierung eignet sich z.B. Acrylbinder oder Dispersionsfarbe.

Auch Tinten auf Pflanzenbasis, wie z.B. Beerentinte oder Granatapfeltinte sind vegan.



Saturday, 20 April 2013

Mit Blättern, Wurzeln und Schalen gefärbte Frühlingsaccessoires

Ich färbe momentan sehr viel Textiles mit allerlei Pflanzen. Die Farben werden dabei so schön, dass ich hier einfach mal ein paar Bespiele zeigen will:

Handgemachte Blüten aus reiner Seide auf Nunofilzbändern aus Seide und Leicester-Wolle.

Gefärbt mit Zwiebelschalen, Krappwurzeln, Birkenblättern und Indigo.

(Nunofilz gebeizt mit Tonerdekaltbeize, Seide ungebeizt. Ich färbe im Elektro-Einmachtopf bei maximal 70 Grad)

Sunday, 24 March 2013

Winterosterhase

Schöne Osterfeiertage!

Monday, 21 January 2013

Granatapfeltinte

Eisenvitriol, Granatapfelkonzentrat und fertige Tinte
Eisengallustinte - Granatapfeltinte

Die sogenannte Eisengallustinte ist eine dokumentenechte Tinte, die bis zur Mitte des 20.Jahrhunderts sehr gebräuchlich war und teilweise heute noch verwendet wird. Erste Gallustinten-Rezepte gab es schon in der Antike.

Am häufigsten besteht diese Tinte aus sogenannten Eichengallen (auch Galläpfel genannt). Das sind kleine Knubbel, die durch den Einstich einer Gallwespe z.B an der Unterseite des Eichenblattes entstehen.

Man findet die Eichengallen aber auch an den Zweigen oder Knospen der Eiche. Der Sud der Eichengallen ergibt zusammen mit Eisenvitriol und etwas Gummi Arabicum die fertige Tinte. Diese ist zunächst eher blass, bis sie sich nach dem Schreiben auf Papier durch Oxidation schließlich schwarz färbt. Stellt man nur kleine Mengen her, färbt sie sich mitunter sofort schwarz, da die Oxidation schneller geht.

Alternativ kann man aber auch die Schalen des Granatapfels für eine ähnliche Tinte verwenden.


Herstellung der Tintenbasis für Granatapfeltinte:

Einen Granatapfel schälen, die leckeren Kerne essen, Schale kleinschneiden und zusammen mit ca. 400ml Wasser in einem Topf zum Kochen bringen.

Das Ganze bei mittlerer Hitze etwa 30 min köcheln lassen.
Anschließend die Schalen abseihen und entsorgen.

Flüssigkeit auffangen und zurück in den Topf geben. Weiter köcheln lassen, bis sie sich nochmals um etwa die Hälfte reduziert hat.

Abkühlen lassen und in ein sauberes Schraubglas geben. Zur Konservierung z.B. einen Tropfen Nelkenöl hinzugeben. Gut verschlossen im Kühlschrank aufbewahren.



Herstellung von Eisenvitriol:

Man kann Eisenvitriol/Eisen (II)-Sulfat als grünliches Pulver kaufen, oder es einfach selbst herstellen. (BITTE VORSICHT beim Hantieren mit Pulver. Nicht einatmen, nicht dabei essen, nicht rauchen! Von Kindern und Haustieren fernhalten. Auch bei der Herstellung des Eisenvitriols mit Essigessenz bitte Vorsicht walten lassen. )

Rostige Nägel oder ähnliches in ein großes Schraubglas geben, Essigessenz darübergießen, bis alles bedeckt ist. Ein paar Tage warten, bis die Eisenteile schwarz verfärbt sind. Dann Flüssigkeit abseihen und in einem separaten Gefäß aufbewahren.

GRANATAPFELTINTE wird daraus, indem man ein kleines Schälchen nimmt und darin den Granatapfelsirup mit ein paar Tropfen Eisenvitriol und etwas Gummilösung (Rezept siehe hier) mischt. Die Tinte sollte am besten immer frisch zusammen gemischt werden.