Wednesday, 28 March 2012

Ostereier färben mit Pflanzenfarben

Bald ist Ostern und Eier lassen sich auch gut mit Pflanzen färben. Es gibt natürlich noch viel mehr Färbepflanzen, als die hier vorgestellten und es lohnt sich, zu experimentieren (aber bitte nur mit ungiftigen Pflanzen). Da es um die Jahreszeit wenig frische Blätter gibt, hier ein paar Anregungen für das Färben mit Tee.

Zum Färben am besten weiße Bio-Eier verwenden (weiß wegen der schöneren Farbergebnisse, Bio wegen der Hühner :)

Färben mit getrocknetem Tee:
 
Man kann z.B. folgende Tees nehmen
Matetee färbt hellgrün
Kamillentee färbt gelb 
Hibiskusblütentee färbt rot
Früchteteemischung  färbt meist rosa
man braucht ca. 20-30 g pro 500 ml

oder mit Saft:
 
z.B.
Rote-Bete-Saft färbt rot
Holundersaft färbt blau

Die Eier gründlich waschen und in kaltem Essigwasser 10 min einlegen.

Getrocknete Tees am besten über Nacht einweichen. Am nächsten Tag ca. 30-40 min. abkochen. Wenn man die Pflanzenteile anschließend abseiht, wird die Farbe gleichmäßiger. Die Pflanzenteile können aber auch interessante Ungleichmäßigkeiten ergeben.

Die Eier 10 min. im Pflanzensud sieden. Rausnehmen und abkühlen lassen.

Um die Farbe zu vertiefen kann man den Sud vom Herd nehmen, die abgekühlten Eier hineingeben und einfach ein paar Stunden darin liegen lassen.

Den Saft einfach erhitzen und die Eier darin 10 min sieden.

Färben mit Zwiebeln auf lettische Art:

*etwa 1-2 Handvoll braune Zwiebelschalen

*schöne ungiftige Zweige, Blätter oder Blüten (z.B. Basilikum, Thymian, Rosmarin)

*andere dekorative Formen, wie z.B.  Nudeln in Sternform oder Stoffbänder zum Drumwickeln

Die Eier waschen und in kaltes Essigwasser einlegen. Auf die nassen Eier Zweige, Nudeln etc. 'aufkleben'. Große angefeuchtete Zwiebelschalen darumlegen, bis die Eier ganz eingehüllt sind. Alles entweder mit Garn zuschnüren oder einfach in eine alte Strumpfhose stecken. Mit Knoten dazwischen, passen in ein Strumpfbein mehrere Eier.

Die restlichen Zwiebelschalen in einen Topf mit soviel Wasser geben, dass die Eier bedeckt sind. Zum Kochen bringen. Eier 10 min oder länger sieden. Abkühlen lassen, auswickeln und bewundern.

Man kann die Eier auch einfach mit Zwiebelschalen gelb färben und dann mit einer Nadel filigrane Muster einritzen.

Wednesday, 14 March 2012

Wasserfarben / Malen mit Gummi


Gummi Arabicum in Stücken
Auf Papier lässt sich wunderbar mit Wasserfarbe malen, die man selbst herstellen kann. Ganz einfach funktioniert das mit Gummi Arabicum.

Gummi Arabicum stammt von der afrikanischen Akazie. Der Baum sondert diesen Saft bei Verletzungen der Rinde ab. Dieser Saft von Laubbäumen ist wasserlöslich. Harze, wie z. B. Dammar, stammen hingegen von Nadelbäumen und lassen sich nur in Terpentin oder ähnlichem auflösen. 

Gummi Arabicum ist im Künstlerbedarf erhältlich. Neben der afrikanischen Akazie sondern auch heimische Bäume Gummi ab, mit dem sich malen lässt. 

Bitte die Bäume aber nicht extra verletzen. Lieber einfach schauen, ob nicht an dem ein oder anderen Baum Gummitränen sind und diese einsammeln.

Besonders geeignet ist Kirschgummi. Aber auch an Pflaumen-, Pfirsisch- und Aprikosenbäume lassen sich manchmal geeignete Gummitränen finden.

Mit etwas Leinöl versetzt wird daraus eine Gummitempera, mit der sich auch gut auf Leinwand malen lässt.

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Rezept für Gummilösung:
Einfach die Gummistücke in Wasser auflösen.
Ich gebe dafür 1 Raumteil Gummi in 1 Raumteil kaltes Wasser und weiche das Ganze über Nacht ein. Um Verunreinigngen schon vorab herauszufiltern, kann man die Gummistücke in ein Mulltuch oder einen Nylonstrumpf geben und dann in das Wasser einhängen.
Wer will kann die ferige Gummilösung abschließend nochmals filtrieren.

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Rezept für Wasserfarben/Gouache
Einfach ein wenig Pigment mit etwas Gummilösung vermischen und sofort losmalen. Gouache aus der Tube zeichnet sich ja meist durch eine relativ feste Konsistenz und leicht pastellige Farbtöne aus. Um dies zu erreichen, gebe ich einfach z.B. Champagnerkreide als Füllstoff in das Gemisch aus Gummilösung und Pigment.

Die 'Gummi-Farbe' lässt sich mit Wasser wieder anlösen. Im Gegensatz zur transparenten Aquarellfarbe lässt sich mit Gouache auch prima deckend malen. Sie löst sich allerdings nicht so leicht vom Papier wie Aquarell.

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Rezept für Gummitempera (nach Doerner)
Für Gummitempera mischt man einfach tropfenweise Leinöl(firnis) hinzu.
Richtwert: etwa 80 Gewichtsanteile Gummilösung zu 20 Gewichtsanteilen Leinöl(firnis)
Die Tempera ist wasservermalbar, trocknet aber wasserunlöslich auf. Sie sollte möglichst immer frisch zubereitet und bald verbraucht werden. Die Farbwirkung ist schön hell und pastellig. Gummitempera ist etwas spröder als Eitempera, eignet sich aber ebenso gut für die Malerei auf Leinwand.( Gummitempera ist außerdem vegan, was für den ein oder anderen sicher von Interesse ist)

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Aquarellfarben:
Man kann z.B. 5 - 10 % Glycerin zur Gummi-Wassermischung hinzufügen um eine Art Aquarellfarbe zu erhalten. Durch das Glycerin lässt sich die Farbe leichter vom Aquarellpapier abheben.

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Ein Rezept für Aquarellfarben mit Honig
2 Teile Gummilösung (1 Teil Gummi : 2 Teile Wasser)
1 Teil Glycerin
1 Teil Honigwasser ( 1 Teil Honig : 2 Teile Wasser)

Die Aquarellfarben lassen sich länger aufheben, wenn man sie in Näpfchen (Muscheln, Nusschalen etc. ) eintrocknen lässt. Die Farbe lässt sich anschließend mit Wasser wieder anlösen.

Die Qualität der Aquarellfarbe hängt natürlich auch von den Pigmenten ab, die besonders fein gemahlen sein sollten.

Ich arbeite wirklich sehr gerne mit Wasserfarbe aus Gummi Arabicum, evtl. Kreide und Pigment. Selbstgemachte Aquarellfarbe kann qualitativ jedoch nicht wirklich mit gekauften Näpfchen mithalten ... aber Malen kann man damit natürlich schon, nur nicht so schön lasierend.

Tuesday, 6 March 2012

Krapplack

Farbbrei im Tuch
Heute habe ich Krapplack aus Wurzeln hergestellt. Früher war Krapp ein wichtiges Pigment in der Malerei, das sich besonders gut für Lasuren eignet.
Die Farbe variiert je nach Herstellung und Pflanze zwischen rosa, orange, feurig rot, bläulich und bräunlich. Ich habe versucht, einen möglichst feurigen Farbton zu bekommen.

Es wird allgemein angenommen, dass natürlicher Wurzelkrapp nicht so lichtecht ist, wie moderne Pigmente. Alzarinkrapplack, die synthetische Version, wird heute auch schon meist durch andere synthetische Rotpigmente ersetzt, die Krapprot imitieren.

Ich finde die natürliche Farbe trotz aller vermeintlichen Nachteile sehr schön und ich werde meinen Krapplack in einem meiner nächsten Bilder zusammen mit Indigo verwenden. Mal sehen, wie lichtecht er letzlich wirklich ist.

Nachtrag: Da ich mittlerweile eine interessante Untersuchung bezüglich der Lichtechtheit von Wurzelkrapp, auch im Vergkeich zu Alizarin, gelesen habe, werde ich einfach mal selbst ein paar einfache Tests machen. 
Die Lichtechtheit könnte doch besser sein als vermutet.


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Wer es versuchen will, hier mein Rezept:
(es gibt natürlich weitere Methoden und viele Variationen z.B. Extraktionsdauer, Temperatur, Alaunmenge, Pottasche anstatt Soda etc. )

HERSTELLUNG eines KRAPPLACKS

4 TL Alaun in 100 ml Wasser geben
bis zum Siedepunkt erhitzen
auf ca. 65-70 Grad runterkühlen und 5 TL gemahlenen Krappwurzel hinzufügen
etwa 30 Minuten extrahieren (geht auch länger oder kürzer)

alles durch ein Tuch oder ein engmaschiges Sieb pressen
Flüssigkeit in einem ausreichend großen Topf auffangen
Pflanzenteile entsorgen
Flüssigkeit wieder erhitzen
Sodalösung (ca. 1 EL in 125 ml Wasser) tropfenweise hinzufügen (Achtung schäumt!)
solange Soda zugeben, bis alles schäumt
rühren
rühren
rühren, bis sich der Schaum wieder absetzt

Farbbrei in ein Tuch geben und leicht abseihen
im Tuch befindet sich jetzt der feuchte Krapplack*
antrocknen lassen
Brei abschaben und in einem Gefäß vollständig trocknen lassen
nach der Trocknung im Mörser zerreiben
FERTIG!

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* Chemie war nie meine Stärke, aber wenn ich richtig liege, ist das mit Farbstoff eingefärbte Tonerde
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Krapplack 1.Versuch
7.März: Hier ist mein fertiges Pigment. Die Farbe ist sehr schön geworden, wenn auch eher rosa als rot. Ich werde beim nächsten Mal versuchen, einen etwas dunkleren und satteren Farbton hinzubekommen.






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Krapplack 2.Versuch
 8. März: Zweiter Versuch. Diesmal ist es richtig schön krapprot geworden. Der Unterschied zum ersten Versuch ist enorm. Ich hab diesmal abgekochtes Wasser (weniger Kalk) genommen.

Experimentieren macht auf jeden Fall Spaß!