Thursday, 25 October 2012

Über die Lichtechtheit von Erdpigmenten und Pflanzenfarben


Die Lichtechtheit von natürlichen Farben ist besonders für Maler/innen wichtig, aber auch bei pflanzengefärbten Textilien taucht die Frage danach immer mal wieder auf. 

Natürliche Erden und Mineralfarben sind in der Regel sehr lichtecht und können problemlos in der Malerei verwendet werden.

Etwas schwieriger ist die Sache bei Malfarben aus Pflanzenfarbstoffen. Diese sind meist relativ lichtempfindlich, können verblassen oder sich mit der Zeit verändern. Genaue wissenschaftliche Untersuchungen zur Lichtechtheit von Pflanzenfarben kenne ich leider nicht und kann deshalb hier nur von meinen eigenen Erfahrungen berichten.

In meiner Malerei auf Leinwand benutze ich ohnehin sehr selten Pflanzenfarbstoffe, da mir Farbveränderungen, z.B in meinen Portraits, nicht wirklich recht sind. Ich habe ganz gute Erfahrungen mit Indigo in Eitempera gemacht. Meinen selbstgemachten Krapplack habe ich bisher jedoch nur in Kombination mit roter Erde verwendet. 

Pflanzenfarben benutze ich jedoch sehr gerne als Beerentinte oder Aquarellfarbe auf Papier. Um die besondere Leuchtkraft zu erhalten, sollten die fertigen Bilder aber besser in einer Mappe aufbewahrt werden. 

Wer möchte, kann die Veränderungen der Farbe natürlich in das Kunstwerk mit einbeziehen und einfach mal gucken, was so im Lauf der Zeit damit passiert. Meiner Erfahrung nach hält sich Pflanzenfarbe ganz gut, solange sie vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt ist. 

Als Tipp am Rande: Pflanzenfarbstoffe eignen sich trotz allem als farbige Lasur in Innenräumen, z.B. über Kaseinfarbe. Sieht toll aus und Veränderungen und Verblassen ist ja hier nicht wirklich ein Problem.


Pflanzengefärbte Textilien sind hingegen relativ lichtbeständig. Aber auch sie können sich im Laufe der Zeit verändern, was aber kein Nachteil sein muss, denn auch leicht verändert sind sie noch immer schön. 

Es hängt natürlich auch von der jeweiligen Färbepflanze ab, wie gut die Farbe sich hält.  Wenn man Pflanzengefärbtes vorsichtig wäscht und niemals in der Sonne trocknet oder lagert, bleiben die Farben, meiner Erfahrung nach, wirklich sehr lange schön leuchtend.  

Tuesday, 11 September 2012

Färben mit Birkenblättern

Wolle, mit Birkenblättern gefärbt
Da ich auch mit Naturfasern, wie Wolle und Seide arbeite, färbe ich natürlich auch mit Pflanzen.
Besonders gerne mag ich Birkenblätter, mit denen sich toll gelb und grün färben lässt.

Hier nun eine kleine Exkursion in meine Pflanzenfärberei:

Vor dem Färben muss die Faser durch Beize aufnahmebereit gemacht werden. Ich beize Wolle und Baumwolle mit einer sogenannten Tonerdekaltbeize, die wiederverwendbar ist. Seide beize ich nicht.

Ein Rezept für die kalte Tonerdebeize gibt es z.B. auf Eberhard Prinz' sehr informativem Blog über Färbepflanzen HIER. ( Mit Alaun heiß färben geht natürlich auch).

Vorab eine Warnung: Ich färbe nicht unbedingt nach Rezept und probiere gerne mal was aus. Färbeprofis stehen da mitunter die Haare zu Berge. : D
Mir ist allerdings sehr wichtig, dass die Färbung umweltschonend und ungiftig ist.

BIRKENGRÜN:

Zum Färben habe ich von den Birken der Gegend immer mal ein paar Blätter abgezupft und getrocknet. Da kommt natürlich nicht allzuviel zusammen, man kann Birkenblätter aber auch kaufen.

Für 50 g Wolle habe ich z.B. eine Handvoll Birkenblätter (ca. 20 g) in Wasser aufgekocht und ca. 45 min köcheln lassen. Man kann auch mehr Birkenblätter nehmen, dann wird die Farbe ein wenig intensiver.

Anschließend habe ich die ausgekochten Blätter in ein Stück Mulltuch gegeben und das Tuch verknotet. Den Sud unbedingt aufheben! Der kommt nämlich jetzt in einen großen Topf zusammen mit den eingewickelten Blättern.

Alles mit Wasser aufgießen (soviel, dass das Färbegut gut bedeckt ist) und wieder erhitzen. Färbegut anfeuchten und in den Topf geben. Bei mittlerer Hitze köcheln lassen, dabei immer mal bewegen und rühren.

Das Färbegut wird jetzt schön leuchtend gelb. Insgesamt etwa 45 min. färben.

Zum Grünfärben gebe ich einfach ein paar Tropfen Eisenvitriol mit ins Färbewasser. (Eisenvitriol enststeht, wenn man rostige Nägel o.Ä. in ein Schraubglas gibt, mit Essigessenz übergießt, zuschraubt und ein paar Tage wartet.)

Bei mir hat es aber auch funktioniert, indem ich einfach ein nicht rostfreies Küchenmesser für ein paar Minuten ins Färbewasser hineingehalten habe. Einen Versuch ist es wert : )

Das Färbegut färbt sich jetzt schön grün.

Abgießen und auswaschen. Fertig!

Tuesday, 10 July 2012

Eitempera und Firnis

Vor Kurzem wurde ich gefragt, ob man Eitempera-Bilder firnissen muss. Die Frage scheint berechtigt und ist deshalb auch ein gutes Thema für meine Malwerkstatt.

Kurze Frage, kurze Antwort: Nein, Eitempera muss nicht gefirnisst werden. 

Kann man natürlich machen, obwohl ich es sehr schade fände um die samtig-matte Oberfläche. 

Doerner* rät auch eher davon ab.  Da ich selbst noch nie ein Eitemperabild gefirnisst habe, muss ich auf Doerners Einschätzung vertrauen. Er sagt, dass der Firnis das Oberflächenlicht des Temperabildes in glasfensterartiges Tiefenlicht verwandelt, wodurch der Farbauftrag fleckig aussehen kann. 

Auch sollen einzelne Pigmente, wie z.B. Ultramarin, durch den Firnis greller werden, während einige Pigmente sich nicht verändern. Durch diese plötzlichen Unterschiede gerät die Farbharmonie des Bildes möglicherweise komplett durcheinander. 

Er hat sicher recht, wenn er sagt, dass man mit Tempera nicht die Wirkung eines Ölbildes anstreben sollte. Ich denke auch, dass Eitempera besonders durch die luftigen, matten Farben besticht.

Im Übrigen ist Eitempera äußerst beständig und ein Schutzfilm ist normalerweise  nicht notwendig. Vollständig ausgehärtete Eitemperabilder lassen sich außerdem problemlos mit einem weichen Tuch säubern.

Bei Kasein würde ich ebenso auf Firnis verzichten, zumal Kasein auf starrem Untergrund wirklich sehr, sehr haltbar ist.

*Max Doerner, Malmaterial und seine Verwendung im Bilde 

Friday, 4 May 2012

Über Leinwände und meine liebste Grundierung


Leinwand mit Kasein grundiert
Der Untergrund eines Gemäldes ist von entscheidender Bedeutung für die Haltbarkeit. Er wirkt sich aber, meiner Meinung nach, auch auf den Malprozess und die Handhabung der Farben aus.

Ich benutze grundsätzlich keine fertigen Leinwände und kann nichts über die Qualität sagen. Es gibt sicherlich auch hochwertige Ausführungen, aber bei dem ganzen Billigangebot überall (wirklich überall :O ) stehen mir dann doch die Haare zu Berge.

Welche Wälder werden von wem unter welchen Umständen dafür plattgemacht? Das Zeug ist so billig, da muss ich mir Fragen stellen... wie wird das wohl hergestellt? Das kann nicht mit rechten Dingen zugehen. (Das gilt übrigens nicht nur für Leinwände ; )

Ich habe selbst noch nie was anderes verwendet als selbstgebaute Keilrahmen, mit ungrundiertem mittelfeinem Gewebe bespannt. Wenn man den Dreh mal raushat, ist das Selberbauen ganz einfach. Seit ich Eitempera benutze, ist die Wahl der Grundierung zudem noch wichtiger geworden. Mit Acryl war klar: Acryl drunter und gut. 

Ich habe auch vor einiger Zeit alte Acrylbilder mit Acryl geweißt und darauf mit Eitempera gemalt. Eigentlich geht es schon irgendwie... Aber all die schönen Vorteile der Eitempera waren einfach nicht mehr da und es hat mir keinen Spaß gemacht. Acrylbilder brechen zudem sehr leicht, wenn man sie rollt, was für mich mitunter problematisch ist.

Ich finde auch die Lasurfähigkeit der Eitempera auf Acryl nicht so gut. Meine Sache ist es nicht, obwohl es für den ein oder anderen sicher gut funktioniert.  Es mag deshalb Geschmacksache sein, aber ich würde als Untergrund für Eitempera entweder klassisches Gesso mit Hasenleim oder noch besser Kaseinleim empfehlen. Im Gegensatz zum Hasenleim hat Kasein nichts von Hasen drin und trocknet nahezu wasserfest auf. 

Ich geb's zu, Leinwände selber machen ist etwas Arbeit, aber für mich wäre es absurd, eine spottbillige Leinwand zu nehmen und darauf sechs Wochen lang an einem Bild zu malen. Zumal die Billigleinwände schon von Weitem an den abstehenden Ecken zu erkennen sind. ; )

Rezept für Kasein-Gesso gibt's unter KASEINFARBE.


Ein paar Worte über Pigmente und deren Handhabung


Grüne Erde und Blutstein
Pigmente sind unösliche Teilchen, die mit Hilfe von Bindemittel auf einen Bildträger aufgetragen werden. Im Falle von Krapplack besteht das Pigment z.B. aus eingefärbten Tonerdeteilchen.  

Reine Erdpigmente sind im Grunde nichts anderes als fein gemahlenen Erden. Manche anorganischen Pigmente entstehen auch durch das Brennen von Erden. 

Die meisten heute gebräuchlichen Pigmente sind jedoch vollständig synthetisch hergestellt, was nicht unbedingt gleichbedeutend ist mit giftig und umweltschädlich (hängt natürlich von der Herstellung ab). 

Synthetische Pigmente haben sicherlich den Vorteil, berechenbar zu sein, was Farbe und z.B. Haltbarkeit betrifft, da sie immer wieder gleich reproduziert werden können.
Mir ist die Berechenbarkeit und Farbtreue der synthetischen  Pigmente allerdings vollkommen egal, ich liebe die besondere Schönheit der Erdfarben. 

Die Farbtöne sind einfach weicher, wärmer und nicht so knallig. Ich mag am liebsten ganz reine Erden, benutze aber natürlich auch gebrannte Erden und auch Eisenoxide. Erden sind übrigens nicht nur schön, sondern auch äußerst lichtecht.

Ganz auf synthetische Farben verzichte ich natürlich nicht, da ich auch oft Titanweiß und Ultramarin verwende, aber viele meiner Bilder sind tatsächlich ausschließlich mit Erde gemalt. 

Es wurden im Laufe der Geschichte, auf der Suche nach dem richtigen Farbton, allerhand äußerst giftige Substanzen auf Leinwände aufgetragen. So enthält Auripigment das giftige Arsen und in Zinnober ist Quecksilber. Auch heutige Pigmente enthalten mitunter Stoffe (z.B. Schwermetalle wie Kupfer oder Kobalt), die zu gesundheitlichen Schäden führen können, wenn man sie über längere Zeit dem Körper zuführt, z.B. durch Einatmen oder Verschlucken.

Mit Pigmenten, egal ob synthetisch oder natürlich, sollte deshalb immer sorgsam umgegangen werden, sodass es vor allem nicht zu Staubentwicklung kommt. Einatmen oder Runterschlucken sollte auf jeden Fall vermieden werden. Wer ganz sicher gehen will, sumpft die Pigmente einfach in Wasser ein und verwendet den so entstandenen Farbbbrei. 

Bei sehr feinen Pigmenten ist es auf jeden Fall angenehmer, beim Hantieren eine Staubmaske zu tragen. Man sollte auch keine Lebensmittel im Atelier rumliegen haben,  oder während der Arbeit essen. Ein Atelier ist eben auch ein Arbeitsplatz, an dem es ein paar Sicherheitsvorkehrungen geben sollte.


Bei Pigmenten, egal welcher Art, ist es außerdem wichtig, immer auf die Eignung zu achten. Nicht alle Pigmente sind für alle Bindemittel gleichermaßen gut geeignet. Meist sind für Eitempera geeignete Pigmente mit 'Ei' oder 'Tempera' gekennzeichnet.

Weitere Infos zu Pigmenten gibt es bei Doerner oder Wehlte und auf den Seiten von Kremer-Pigmente.

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VORSICHT! Leinöl(firnis) kann sich selbst entzünden. Deshalb nie mit Leinöl getränkte Lappen oder Tücher zerknüllt irgendwo rumliegen lassen. Entweder wässern oder in einen luftdicht verschlossenenen Behälter geben. STEHT ABER AUCH NOCHMAL GENAUER AUF JEDER LEINÖL(FIRNIS)VERPACKUNG

Wednesday, 28 March 2012

Ostereier färben mit Pflanzenfarben

Bald ist Ostern und Eier lassen sich auch gut mit Pflanzen färben. Es gibt natürlich noch viel mehr Färbepflanzen, als die hier vorgestellten und es lohnt sich, zu experimentieren (aber bitte nur mit ungiftigen Pflanzen). Da es um die Jahreszeit wenig frische Blätter gibt, hier ein paar Anregungen für das Färben mit Tee.

Zum Färben am besten weiße Bio-Eier verwenden (weiß wegen der schöneren Farbergebnisse, Bio wegen der Hühner :)

Färben mit getrocknetem Tee:
 
Man kann z.B. folgende Tees nehmen
Matetee färbt hellgrün
Kamillentee färbt gelb 
Hibiskusblütentee färbt rot
Früchteteemischung  färbt meist rosa
man braucht ca. 20-30 g pro 500 ml

oder mit Saft:
 
z.B.
Rote-Bete-Saft färbt rot
Holundersaft färbt blau

Die Eier gründlich waschen und in kaltem Essigwasser 10 min einlegen.

Getrocknete Tees am besten über Nacht einweichen. Am nächsten Tag ca. 30-40 min. abkochen. Wenn man die Pflanzenteile anschließend abseiht, wird die Farbe gleichmäßiger. Die Pflanzenteile können aber auch interessante Ungleichmäßigkeiten ergeben.

Die Eier 10 min. im Pflanzensud sieden. Rausnehmen und abkühlen lassen.

Um die Farbe zu vertiefen kann man den Sud vom Herd nehmen, die abgekühlten Eier hineingeben und einfach ein paar Stunden darin liegen lassen.

Den Saft einfach erhitzen und die Eier darin 10 min sieden.

Färben mit Zwiebeln auf lettische Art:

*etwa 1-2 Handvoll braune Zwiebelschalen

*schöne ungiftige Zweige, Blätter oder Blüten (z.B. Basilikum, Thymian, Rosmarin)

*andere dekorative Formen, wie z.B.  Nudeln in Sternform oder Stoffbänder zum Drumwickeln

Die Eier waschen und in kaltes Essigwasser einlegen. Auf die nassen Eier Zweige, Nudeln etc. 'aufkleben'. Große angefeuchtete Zwiebelschalen darumlegen, bis die Eier ganz eingehüllt sind. Alles entweder mit Garn zuschnüren oder einfach in eine alte Strumpfhose stecken. Mit Knoten dazwischen, passen in ein Strumpfbein mehrere Eier.

Die restlichen Zwiebelschalen in einen Topf mit soviel Wasser geben, dass die Eier bedeckt sind. Zum Kochen bringen. Eier 10 min oder länger sieden. Abkühlen lassen, auswickeln und bewundern.

Man kann die Eier auch einfach mit Zwiebelschalen gelb färben und dann mit einer Nadel filigrane Muster einritzen.

Wednesday, 14 March 2012

Wasserfarben / Malen mit Gummi


Gummi Arabicum in Stücken
Auf Papier lässt sich wunderbar mit Wasserfarbe malen, die man selbst herstellen kann. Ganz einfach funktioniert das mit Gummi Arabicum.

Gummi Arabicum stammt von der afrikanischen Akazie. Der Baum sondert diesen Saft bei Verletzungen der Rinde ab. Dieser Saft von Laubbäumen ist wasserlöslich. Harze, wie z. B. Dammar, stammen hingegen von Nadelbäumen und lassen sich nur in Terpentin oder ähnlichem auflösen. 

Gummi Arabicum ist im Künstlerbedarf erhältlich. Neben der afrikanischen Akazie sondern auch heimische Bäume Gummi ab, mit dem sich malen lässt. 

Bitte die Bäume aber nicht extra verletzen. Lieber einfach schauen, ob nicht an dem ein oder anderen Baum Gummitränen sind und diese einsammeln.

Besonders geeignet ist Kirschgummi. Aber auch an Pflaumen-, Pfirsisch- und Aprikosenbäume lassen sich manchmal geeignete Gummitränen finden.

Mit etwas Leinöl versetzt wird daraus eine Gummitempera, mit der sich auch gut auf Leinwand malen lässt.

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Rezept für Gummilösung:
Einfach die Gummistücke in Wasser auflösen.
Ich gebe dafür 1 Raumteil Gummi in 1 Raumteil kaltes Wasser und weiche das Ganze über Nacht ein. Um Verunreinigngen schon vorab herauszufiltern, kann man die Gummistücke in ein Mulltuch oder einen Nylonstrumpf geben und dann in das Wasser einhängen.
Wer will kann die ferige Gummilösung abschließend nochmals filtrieren.

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Rezept für Wasserfarben/Gouache
Einfach ein wenig Pigment mit etwas Gummilösung vermischen und sofort losmalen. Gouache aus der Tube zeichnet sich ja meist durch eine relativ feste Konsistenz und leicht pastellige Farbtöne aus. Um dies zu erreichen, gebe ich einfach z.B. Champagnerkreide als Füllstoff in das Gemisch aus Gummilösung und Pigment.

Die 'Gummi-Farbe' lässt sich mit Wasser wieder anlösen. Im Gegensatz zur transparenten Aquarellfarbe lässt sich mit Gouache auch prima deckend malen. Sie löst sich allerdings nicht so leicht vom Papier wie Aquarell.

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Rezept für Gummitempera (nach Doerner)
Für Gummitempera mischt man einfach tropfenweise Leinöl(firnis) hinzu.
Richtwert: etwa 80 Gewichtsanteile Gummilösung zu 20 Gewichtsanteilen Leinöl(firnis)
Die Tempera ist wasservermalbar, trocknet aber wasserunlöslich auf. Sie sollte möglichst immer frisch zubereitet und bald verbraucht werden. Die Farbwirkung ist schön hell und pastellig. Gummitempera ist etwas spröder als Eitempera, eignet sich aber ebenso gut für die Malerei auf Leinwand.( Gummitempera ist außerdem vegan, was für den ein oder anderen sicher von Interesse ist)

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Aquarellfarben:
Man kann z.B. 5 - 10 % Glycerin zur Gummi-Wassermischung hinzufügen um eine Art Aquarellfarbe zu erhalten. Durch das Glycerin lässt sich die Farbe leichter vom Aquarellpapier abheben.

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Ein Rezept für Aquarellfarben mit Honig
2 Teile Gummilösung (1 Teil Gummi : 2 Teile Wasser)
1 Teil Glycerin
1 Teil Honigwasser ( 1 Teil Honig : 2 Teile Wasser)

Die Aquarellfarben lassen sich länger aufheben, wenn man sie in Näpfchen (Muscheln, Nusschalen etc. ) eintrocknen lässt. Die Farbe lässt sich anschließend mit Wasser wieder anlösen.

Die Qualität der Aquarellfarbe hängt natürlich auch von den Pigmenten ab, die besonders fein gemahlen sein sollten.

Ich arbeite wirklich sehr gerne mit Wasserfarbe aus Gummi Arabicum, evtl. Kreide und Pigment. Selbstgemachte Aquarellfarbe kann qualitativ jedoch nicht wirklich mit gekauften Näpfchen mithalten ... aber Malen kann man damit natürlich schon, nur nicht so schön lasierend.

Tuesday, 6 March 2012

Krapplack

Farbbrei im Tuch
Heute habe ich Krapplack aus Wurzeln hergestellt. Früher war Krapp ein wichtiges Pigment in der Malerei, das sich besonders gut für Lasuren eignet.
Die Farbe variiert je nach Herstellung und Pflanze zwischen rosa, orange, feurig rot, bläulich und bräunlich. Ich habe versucht, einen möglichst feurigen Farbton zu bekommen.

Es wird allgemein angenommen, dass natürlicher Wurzelkrapp nicht so lichtecht ist, wie moderne Pigmente. Alzarinkrapplack, die synthetische Version, wird heute auch schon meist durch andere synthetische Rotpigmente ersetzt, die Krapprot imitieren.

Ich finde die natürliche Farbe trotz aller vermeintlichen Nachteile sehr schön und ich werde meinen Krapplack in einem meiner nächsten Bilder zusammen mit Indigo verwenden. Mal sehen, wie lichtecht er letzlich wirklich ist.

Nachtrag: Da ich mittlerweile eine interessante Untersuchung bezüglich der Lichtechtheit von Wurzelkrapp, auch im Vergkeich zu Alizarin, gelesen habe, werde ich einfach mal selbst ein paar einfache Tests machen. 
Die Lichtechtheit könnte doch besser sein als vermutet.


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Wer es versuchen will, hier mein Rezept:
(es gibt natürlich weitere Methoden und viele Variationen z.B. Extraktionsdauer, Temperatur, Alaunmenge, Pottasche anstatt Soda etc. )

HERSTELLUNG eines KRAPPLACKS

4 TL Alaun in 100 ml Wasser geben
bis zum Siedepunkt erhitzen
auf ca. 65-70 Grad runterkühlen und 5 TL gemahlenen Krappwurzel hinzufügen
etwa 30 Minuten extrahieren (geht auch länger oder kürzer)

alles durch ein Tuch oder ein engmaschiges Sieb pressen
Flüssigkeit in einem ausreichend großen Topf auffangen
Pflanzenteile entsorgen
Flüssigkeit wieder erhitzen
Sodalösung (ca. 1 EL in 125 ml Wasser) tropfenweise hinzufügen (Achtung schäumt!)
solange Soda zugeben, bis alles schäumt
rühren
rühren
rühren, bis sich der Schaum wieder absetzt

Farbbrei in ein Tuch geben und leicht abseihen
im Tuch befindet sich jetzt der feuchte Krapplack*
antrocknen lassen
Brei abschaben und in einem Gefäß vollständig trocknen lassen
nach der Trocknung im Mörser zerreiben
FERTIG!

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* Chemie war nie meine Stärke, aber wenn ich richtig liege, ist das mit Farbstoff eingefärbte Tonerde
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Krapplack 1.Versuch
7.März: Hier ist mein fertiges Pigment. Die Farbe ist sehr schön geworden, wenn auch eher rosa als rot. Ich werde beim nächsten Mal versuchen, einen etwas dunkleren und satteren Farbton hinzubekommen.






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Krapplack 2.Versuch
 8. März: Zweiter Versuch. Diesmal ist es richtig schön krapprot geworden. Der Unterschied zum ersten Versuch ist enorm. Ich hab diesmal abgekochtes Wasser (weniger Kalk) genommen.

Experimentieren macht auf jeden Fall Spaß!

Tuesday, 21 February 2012

Kaseinfarbe

Kaseinfarbe ist eine tolle und gesunde Alternative zur herkömmlichen Wandfarbe. Es lässt sich aber auch gut damit malen, besonders auf Holz. Auf flexibler Leinwand bröckelt die Farbe allerdings, wenn zuviele und zu dicke  Schichten übereinander aufgetragen werden. Die Pigmente strahlen in Kasein aber besonders schön. Mit ein paar Tropfen Leinöl vermischt, lässt sich auch leicht eine Kaseintempera herstellen, die flexibler ist als reine Kaseinfarbe. 
Kaseinfarbe trocknet wasserfest auf und eignet sich, dünn aufgetragen, auch als Grundierung unter Eitempera.

Im Handel gibt es reines Kaseinpulver, die Herstellung funktioniert aber auch mit ganz normalem Magerquark. Um das Kasein aufzuschließen eignet sich neben Borax auch Ammonium/Hirschhornsalz (aber Vorsicht, es schäumt sehr stark. Deshalb unbedingt ein großes Gefäß nehmen).

Zur Herstellung von Wandfarbe eignet sich z.B. Champagnerkreide, die einen schönen warmen Farbton hat. Die Kreide wird einige Zeit in Wasser eingesumpft und erst kurz vor der Verarbeitung zum Kaseinleim dazugegeben. 

Zum Malen auf Holz oder Leinwand gibt man einfach etwas farbiges Pigment zum Kaseinleim. Der reine Kaseinleim hebt sich, mit einem Tropfen Nelkenöl versetzt,  im Kühlschrank einige Tage auf. Wenn er mit Pigment vermischt ist, muss er allerdings zügig verarbeitet werden, da er sehr schnell seine Bindekraft verliert.

Wer die Mühe nicht scheut und sich die Farbe selber mischt, bekommt wirklich schöne Wände ohne jegliche giftige Ausdünstungen. Die Farbe ist außerdem diffusionsoffen, d.h. die Wand kann atmen, was sich gut auf das Raumklima auswirkt.
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Mein Grundrezept mit Magerquark:

Kaseinleim
zu 500 g Magerquark werden 3/4 EL Hirschhornsalz* in warmem Wasser aufgelöst dazugegeben (Vorsicht schäumt! Am besten Schutzbrille tragen.)
Alles gut verrühren und stehen lassen, bis der Quark gelblich transparent wird - mindestens 30 min.
In Wasser eingeweichtes Pigment dazugeben und vermalen. Evtl. mehr Wasser dazugeben.

*Alternativ kann man auch 1 EL Borax nehmen, das jedoch nicht mehr frei verkäuflich ist.

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Grundrezept mit Kaseinpulver:

50 g Kaseinpulver über Nacht in etwa 250 ml Wasser einweichen. Am nächsten Tag 15 g Hirschhornsalz in warmem Wasser auflösen und dazugeben (in großem Gefäß!). Alles gut verrühren und solange stehen lassen, bis ein gelblich-transparenter Leim entstanden ist. 


ACHTUNG: Hirschhornsalz in großem Gefäß auflösen, da es stark schäumt! Für Hirschhornsalz KEIN heißes, sondern nur warmes Wasser verwenden !

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Kasein als Gesso

Den fertigen Leim mindestens im Verhältnis 1:1  mit Wasser verdünnen. Anschließend mit in Wassser eingesumpfter Champagnerkreide vermischen. Ich nehme etwa zu gleichen Teilen Kreide und Leim. 


Wer einen reinweißen Untergrund bevorzugt, kann etwa ein Viertel der Kreide durch Titanweiß ersetzen.

Das bietet sich auch auf naturfarbenem Leinen an, da nasse Kreide transparent wird. Es kann beim Malen sehr stören, wenn die dunkle Farbe des Stoffes zum Vorschein kommt.

Kasein hat sehr viel Spannung, weshalb der Leim mit Wasser verdünnt werden sollte. Die Leinwand am besten mit 2-3 sehr dünnen Schichten grundieren und etwa 24 Stunden trocknen lassen.

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Kasein als Wandfarbe:

Wie oben beschrieben, Hirschhornsalz (oder Borax) in einem seperaten Gefäß mit etwas warmem Wasser auflösen. Für 1 kg Quark braucht man etwa 2 EL Borax oder 1 1/2 EL Hirschhornsalz.

1 kg Quark zusammen mit der Borax-oder Hirschhornsalzlösung in ein 10-l-Eimer geben, gut verrühren  und ca. 1-2 Stunden stehen lassen. 

Auf 1 kg Quark nimmt man ca. 2,5 -3 kg Kreide, die in etwa 1 l Wasser eingesumpft werden (wenn die Paste zu fest ist, einfach etwas mehr Wasser dazu geben). Zum Streichen mischt man beide Komponenten miteinander (evtl. mit Bohrmaschine + Mischaufsatz). Soviel Wasser hinzufügen, bis eine gut streichbare Farbe entsteht. 

Kreide ist in feuchtem Zustand transparent. Die Farbe wird aber schön samtig weiß und deckend, sobald sie getrocknet ist. Wer mag, kann auch ein Viertel der Kreide durch Titanweiß ersetzen, dann wird es wirklich sehr weiß. Titanweiß deckt auch in nassem Zustand.

TIPP: Nicht zuviel Wandfarbe auf einmal anrühren. Lieber immer nur einen Teil des Leims mit der Kreidepaste vermischen und verstreichen, die Masse wird sonst wahnsinnig schwer zu handhaben. Außerdem verliert die zusammengemischte Farbe relativ schnell an Bindekraft und sollte zügig verarbeitet werden.

Zwischendurch immer mal wieder umrühren, da sich das Pigment leicht absetzt. Für bunte Wände einfach farbiges Pigment in die fertige Farbe rühren.

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Kaseintempera


Einfach in den fertigen Kaseinleim tropfenweise Leinöl oder Leinölfirnis hineingeben. Wieviel man hinzugibt, ist Geschmackssache, der Ölanteil sollte insgesamt jedoch nicht mehr als 20-25% der Gesamtmenge betragen. 

Laut Max Doerner ist Hirschhornsalz-Kasein besser zum Emulgieren mit Öl geeignet als Borax-Kasein, da aus Leinöl mit Boraxresten alkalische Ölseife entstehen kann, die wassererempfindlich ist. 


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EDIT: Veganes Kasein

Ich werde immer mal wieder nach veganen Alternativen für Quark-Kasein gefragt und es gibt tatsächlich die Möglichkeit, aus z.B. Bohnen, Lupinen oder Erbsen einen Stoff zu gewinnen, der dem tierischen Kasein sehr ähnlich ist.

Ich habe bisher jedoch noch keine konkreten Tests hierzu gemacht. Wegen unseres Hausbaus habe ich momentan einfach sehr wenig Zeit. Sobald ich experimentiert habe, gibt es das Rezept natürlich hier zum Nachlesen und Ausprobieren.

Alternativ gibt es vegane Kaseinfarbe als fertiges Pulver zum Selbstanrühren zu kaufen.





Über Eitempera / About Tempera Grassa

Eitempera im Glas (vorne)
Jahrtausendelang haben Menschen mit natürlichen Materialien gemalt. Schon vor etwa 30000 Jahren haben unsere Vorfahren bunte Erde benutzt um Tiere auf Höhlenwänden abzubilden. Auf ägyptischen Sarkophagen lässt sich Farbe mit Ei als Bindemittel nachweisen..

Im 14. Jahrhundert kam schließlich die Eitempera/Tempera grassa auf. Diese Mischung aus Ei und Leinöl ist heute mein bevorzugtes Malmittel, da sie sich, anders als reines Eigelb, auch für das Malen auf Leinwand eignet. 


Für das Malen mit reinem Eigelb ist ein starrer Untergrund, wie z.B. Holz, vorteilhafter.

Eigentlich erstaunlich, dass mir so lange nicht bewusst war, dass es diese Farbe überhaupt gibt. Vorher hab ich jahrelang mit Acryl gemalt, bis ich mich schließlich gefragt habe, was für eine Farbe dieses Acryl überhaupt ist. Was ist da drin? Womit male ich da eigentlich? Also habe ich begonnen, mich für mein Material zu interessieren und nachzuforschen. So habe ich vor einigen Jahren die Arbeit mit Eitempera und Erdpigmenten für mich entdeckt.

Eitempera muss immer wieder frisch zubereitet werden und verdirbt vergleichsweise schnell. Möglicherweise ist das einer der Gründe, warum sie schließlich im 15. Jahrhundert von Ölfarben verdrängt wurde.

Ein gleichwertiger Ersatz für Ölfarbe ist sie ohnehin nicht , dazu ist die Wirkung dieser beiden Malmittel zu unterschiedlich. Eitempera ist zwar eine Art wasservermalbare Ölfarbe, zeichnet sich aber durch eine luftige Mattigkeit aus, die besonders mit Erdpigmenten besonders schöne Wirkung erzielt. Ölfarben bestechen hingegen durch Tiefenlicht. Als gesunde und umweltfreundliche Alternative zu der, auf Erdölbasis hergestellten, Acrylfarbe ist sie aber absolut zu empfehlen. Eitempera ist wirklich ein ganz tolles Bindemittel, mit ganz besonderen Eigenschaften, die sie einzigartig macht.

Man mischt einfach Ei mit Leinöl und Wasser, gibt Pigment dazu und fertig ist die Farbe. Das Malen ist natürlich anders als mit Acryl. Ich finde die Farbe geschmeidiger, sie verlangt aber auch mehr Geduld und Sorgfalt. Die Leuchtkraft ist toll und anders als bei fertigen Farben, weiß ich was drin ist. Das Herstellen der Farbe hat bei mir auch zu einem bewussteren Umgang mit meinem Material geführt, was sich letztlich positiv auf meine Malerei ausgewirkt hat.

Wer Ei in Farben nicht mag, der kann das Malen mit Quark ausprobieren. Ich hab zwei ganze Zimmer mit Kaseinfarbe aus Magerquark mit Champagnerkreide gestrichen. Es roch zugegebenermaßen merkwürdig (nach Käse! Aber nur für ein paar Tage), klappte aber ansonsten wirklich super. Die Farbe lässt sich sehr gut streichen und die Kreide deckt sehr gut. Ich benutze Kaseinfarbe auch als Gesso unter Eitempera.

Zusätzlich zu natürlichen Bindemitteln benutze ich gerne echte Erdpigmente. All diese Erden, wie Ocker, Venetianischrot, grüne Erde, Umbra etc. zeichnen sich durch eine zurückhaltende Buntheit aus. Ich habe eine umfangreiche Palette, die nur aus Erdfarben besteht, bloß bei blau und weiß muss ich auf chemische Alternativen zurückgreifen.

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Ein einfaches Rezept zur Herstellung einer mageren Eitempera:

1 Raumteil Ei
1 Raumteil Leinöl oder Leinölfirnis *
1-2 Raumteile Wasser
evtl. einige Tropfen Nelkenöl zur Konservierung

Ein ganzes Ei (möglichst frisch und aus artgerechter Haltung/Bio.) in ein sauberes Schraubglas geben. Deckel drauf und kräftig schütteln. 

Die beiden Eierschalen nacheinander mit Leinöl(firnis) füllen und langsam zum gequirlten Ei dazugießen. Deckel wieder drauf und gut schütteln, bis sich alles vermischt hat. Jetzt die beiden Eierschalen mit Wasser füllen, dazugießen, wieder zuschrauben und erneut schütteln. Es kann auch mehr Wasser dazugegeben werden ( 1-2 Raumteile haben sich für mich bewährt)

Fertig ist die Tempera! Ein tolles Bindemittel für wasservermalbare Farben. Kein Benzin oder Terpentin zum Malen und Reinigen der Pinsel nötig. Die Tempera lässt sich im Kühlschrank eine Weile aufbewahren - gut verschlossen und ohne Verunreinigungen hält sie Wochen oder gar Monate. 

Zum Malen einfach ein wenig Eitempera in ein Gefäß geben und die gewünschten Pigmente untermischen. Je mehr Pigment, desto pastöser wird die Farbe. Alternativ kann man auch Pigment und einen Füllstoff (z.B. Kreide, die in Tempera transparent bleibt) dazugeben. Ich selbst mag meine Eitempera jedoch sehr dünnflüssig. 

Eitempera mit Pigment vermischt ist allerdings nicht so gut haltbar und sollte möglichst am gleichen Tag verbraucht werden. Am besten immer nur kleine Mengen Farbe anrühren.
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*Leinölfirnis gibt es im Künstlerbedarf oder im Baumarkt zur ökologischen Holzbehandlung. Er besteht aus Leinöl mit sogenannten Sikkativen (Trockenstoffen), die eine schnellere Trocknung bewirken.


Alternativ kann man aber auch z.B. 2/3 Leinöl + 1/3 Dammarfirnis (enthält allerdings Terpentin oder ähnliches) nehmen..
Die ökologischste Variante ist die Verwendung reinen Leinöls. Hierbei ist die Trockenzeit allerdings länger


*VORSICHT! Leinölfirnis kann sich selbst entzünden. Deshalb nie mit Leinöl getränkte Lappen oder Tücher zerknüllt irgendwo rumliegen lassen. Entweder wässern oder in einen luftdicht verschlossenenen Behälter geben. STEHT ABER AUCH NOCHMAL GENAUER AUF JEDER LEINÖL(FIRNIS)VERPACKUNG

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KLEINER NACHTRAG: Ich weiß es jetzt sicher! Eitempera ist sehr haltbar. Ein weißes (Kunststoff-)Zelt, das zwischenzeitlich mit Eitempera und Erdpigmenten umgefärbt wurde lässt sich sogar in der Waschmaschine waschen, ohne dass die Farbe Schaden nimmt. Das hat mich dann doch überrascht...

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Tempera Grassa and Earth Pigments

For thousands and thousands of years human beings around the globe used natural materials to make paint. About 30.000 years ago ochre was used to depict animals on the walls of caves. Sarcophagi in ancient Egypt were decorated with paint made of egg. Egg is one of the oldest binders for pigments and was widely used in medieval times. During the 14th century, tempera grassa was introduced. Linseed oil was added to egg or egg yolk to make a more flexible paint. This is my favourite paint today, because it can be used on canvas, while egg yolk works much better on a rigid surface like panel.

It's odd, that it took me so long to find out about egg tempera. For many years I painted with acrylics, until I wondered what acrylic paint is made of? What am I actually using to paint my paintings? That's how I began to learn about natural colours. I discovered a few recipes and many interesting facts about various natural binders and pigments.

Tempera has to be made fresh every few days and as soon as pigment is added, it cannot be kept in jars for more than a day. This might be a reason, why in the 15th century oil paint slowly replaced tempera. Even though tempera grassa is kind of a water-soluble oil paint, its appearance is quite different. It's not as glossy as oil but rather light and velvety like pastel. This looks especially great in combination with earth pigments.

Tempera grassa is a wonderful non-toxic, environmental friendly alternative to synthetic paints. Simply mix egg, linseed oil and water. Soak the pigments in water (please do not inhale pigments!) add it to the binder and start to paint. That's it.

It's smoother than acrylic and a bit more demanding to work with. But the benefits of being more connected to my material and to know, that it is non-toxic are definitely worth the extra work.
If you do not like to use eggs to paint with, you might enjoy painting with white cheese. This is another traditional binder for paint that is not just non-toxic, but also extremely long-lasting. It's called casein and when I moved house, I painted my walls with it. I also use it as gesso for my canvasses. As paint, it works best on rigid surfaces like panels or walls.

As pigments, I use almost only earth pigments (except blue and white). My earth pigments origin from France, Italy and Cyprus. I love these subtle and vibrant colours.


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Tempera Grassa - My Recipe 
There are many other ways to make tempera. This one is very basic, but it's the one I love best. 

Note: Keep the eggshells, these are your measure

1 egg (should be very fresh and not too cold. I prefer organic, because of the chicken )
1 egg full of linseed oil (varnish)
1-2 eggs full of water

Take a clean screw top jar. Break the egg and put the whole egg (yolk an egg white) into the jar. Put the lid on the jar and shake it for a while.

Open the jar, take your two half eggshells, fill one with linseed oil (varnish) and slowly pour the oil into the jar. Then fill the other half and pour it slowly into the jar as well. Put the lid on and shake, shake, shake...a couple of minutes should do.

Open the jar again.. fill the eggshells with water and add the water to the egg/oil emulsion (take1-2 eggs full of water. I prefer to add only one).

Put the lid back on and shake a bit. Your tempera grassa is ready to use. If you keep it refrigerated and clean, it usually stays fresh for weeks or even months.

To paint, simply pour a bit of tempera into a jar (or whatever you use for your paints) add a bit of pigment and start to paint. For pastose paint, use more pigments or add some filler like chalk. 

Simply use water to wash your brushes. 

If you use linseed oil varnish (like I do) the paint 'dries'  faster than linseed oil.

Monday, 20 February 2012

Hallo!

Willkommen in meiner Malwerkstatt. Hier gibt es Infos, Rezepte und Experimente rund um natürliche Farben wie Eitempera, Kasein, Pflanzentinten und Textilfarben aus Pflanzen und bunten Erden.