Tuesday, 1 March 2016

Geseifter Holzboden nach skandinavischer Art

Das Behandeln von Nadelholzböden mit Seife hat in skandinavischen Ländern Tradition. Ich kannte das vorher nicht, war aber sofort begeistert von der hellen Oberfläche des Holzes und werde alle unsere Dielen in unserem neuen Haus seifen.

Durch die Seife bekommt das Holz eine schmutzabweisende Schutzschicht während es gleichzeitig seine helle Farbe und matte Oberfläche behält. Üblich ist auch die Kombination von Laugen und Seifen, wodurch das Holz silbriger und noch heller wird und später nicht mehr nachdunkelt.  Es gibt auch spezielle Fußbodenseifen, die neben der Seifenlösung noch zusätzlich weißes Pigment enthalten, um  den Boden noch weißer wirken zu lassen.

Ich habe mich für eine Seifenbehandlung mit ganz normaler Haushaltsseife entschieden, die genauso gut funktioniert und sehr viel günstiger ist. Auf das Laugen habe ich komplett verzichtet.

Die Vorgehensweise ist wirklich einfach, funktioniert aber nur bei Weichholz (Eiche könnte sich z.B. dunkel verfärben. Im Zweifel einfach an unauffälliger Stelle testen). Das Holz muss unbedingt sauber und unbehandelt sein und alte Anstriche oder Oberflächenbehandlungen müssen vor der Seifenbehandlung komplett abgeschliffen werden.

REZEPT:
Einfach etwa 100 g geraspelte Marseiller Seife (oder eine andere rein pflanzliche Kernseife) in 5 l heißes Wasser geben und darin auflösen.

Die gesäuberten und eventuell geschliffenenen Dielen werden dann einfach mit der heißen Seifenlösung in Längsrichtung geschrubbt. Hierfür eignet sich ein normaler Schrubber oder auch ein Wischmob aus Baumwolle. Ein altes Handtuch als Putzlappen funktioniert auch sehr gut. Mikrofaser sollte nicht verwendet werden.

Ich habe ca. 2 l auf 15 m2 verteilt,und anschließend trocknen lassen. Wichtig ist, dass keine Pfützen auf dem Holz stehen bleiben.

Die Prozedur sollte nach dem Trocknen noch ein paarmal wiederholt werden, um die Schutzschicht zu erhöhen. Wenn sich das Holz nach der ersten Seifenbehandlung sehr rau anfühlen sollte, am besten einmal darüberschleifen und dann mit der Seifenbehandlung fortfahren.

Zur anschließenden Pflege wird der Dielenboden einfach regelmäßig mit warmem Wasser und etwas Marseiller Seife leicht feucht gewischt. Dadurch wird er im Laufe der Zeit immer widerstandsfähiger.

Ich habe natürlich vorher Test gemacht, um herauszufinden, wie gut die Schutzschicht ist. Flecken jeglicher Art (Kaffee, Rotwein, Fett, Farbe, ….)  gingen mit etwas Seifenwasser gut raus uns auch eingedrückte Stellen waren nach dem feuchten Wischen wieder verschwunden.

Wer mag, kann die Dielen natürlich auch vorher mit Nadelholzlauge laugen und dann erst mit der Seife behandeln.
Beim Laugen aber bitte genau die Herstellerangaben beachten und unbedingt Gummihandschuhe und eine Schutzbrille tragen.




Thursday, 2 July 2015

Neuigkeiten!

Wir bauen ein Haus! Ein skandinavisches Holzhaus, an und in dem ich natürlich viele neue Rezepte ausprobieren werde (z.B. Schwedenrot, Fußbodenseife etc.)

Ich hoffe, dass es im Spätsommer oder im Herbst soweit ist und ich hier von meinen Experimenten berichten kann.

Das Tolle daran ist auch, dass ich endlich mehr Platz zum Arbeiten haben werde. In meinem Atelier werde ich dann nicht nur viel besser arbeiten können, sondern ich habe die Möglichkeit, endlich wieder Workshops zu geben. : D

Unser Haus wird im schönen Windeck an der Sieg gebaut. Eine ganz tolle Gegend mit wunderschöner Natur und ich hoffe, spätestens im nächsten Frühjahr die ersten Kurse dort geben zu können.

Ich kann's kaum erwarten.

Hier kommt unser Haus hoffentlich bald hin.


Saturday, 31 January 2015

Einblicke in mein Atelier

Da ich neben Malerei und der Arbeit mit Naturfarben auch Kunstdrucke herstelle und verkaufe, habe ich eine neue Seite speziell für meine Drucke und Bilder auf Holz erstellt.

Auf  www.laumee.de gibt es ab sofort meinen Shop, aktuelle Termine und Einblicke in mein Atelier.

Zusätzlich zu den reinen Farbexperimenten und Rezepten hier in der Malwerkstatt zeige ich dort meinen Arbeitsprozess.

Es gibt z.B. Einblicke in das Filzen eines Nunoschals und das anschließende Färben mit Pflanzenfarben.

Demnächt gibt es hier in der Malwerkstatt auch wieder was Neues: Rezepte und Infos zu Kalkkasein. Ich experimentiere zur Zeit noch.  Immer mal wieder hier reinschauen lohnt sich also.
:-)

Tuesday, 24 June 2014

Natürliche Textilfarbe

Da ich sehr viel mit Textil arbeite, bin ich auch immer auf der Suche nach natürlichen Materialien, um meine Textilien einzufärben.

Neben Pflanzenfarben gibt es alternativ auch die Möglichkeit, mit Soja und Pigment zu färben bzw. zu malen.

Ich bin vor einiger Zeit auf die japanische Reserviertechnik Katazome gestoßen: Mit Hilfe selbstgeschnittener Schablonen, Reservierpaste aus Reis und Sojafarbe werden von Hand Muster auf Textilien gedruckt.

Ich habe auf diese Art einige Kissenhüllen und Taschen gestaltet. Es ist allerdings sehr aufwändig. Vielleicht schreibe ich aber mal einen eigenen Post zu diesem Thema.

Die bei Katazome verwendtete Sojafarbe eignet sich aber auch super zum ganz normalen Bemalen oder Einfärben von Seide und Baumwolle (am besten eignet sich rohe, unbehandelte Bio-Baumwolle). Wolle, Leinen oder Hanf geht möglicherweise auch, habe ich aber noch nicht getestet.

Das Soja-Eiweiß geht nach einiger Zeit eine Verbindung mit den natürlichen Fasern ein, das Pigment wird eingschlossen und das Textil ist nahezu farbecht. Das dauert so etwa 1 bis 3 Wochen - wenn's warm und feucht ist, geht es am schnellsten.

Ich habe aber auch schon nach ein paar Tagen ausgewaschen und es ging ganz gut. Hier ist ein wenig Ausprobieren gefragt. Aber je länger die Farbe einwirken kann, desto besser ist das Ergebnis. Der Stoff kann anschließend problemlos gewaschen werden, ohne das die Farbe ausblutet oder verblasst.


So geht's:

Ein Teil Sojabohnen (z.B. eine kleine Handvoll) einige Stunden in 3-4 Teilen Wasser einweichen.

Die eingeweichten Bohnen abwaschen und mit etwa dreimal soviel Wasser pürieren. Durch ein Sieb gießen und die Sojamilch auffangen.  Fertig!

Pigment dazu und losmalen. Wem es zu flüssig ist, der kann etwas Stärke in Wasser aufkochen und unter die Farbe mischen. Mit einem flachen Pinsel lassen sich so auch große Flächen einfärben.
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Getrocknete Sojabohnen gibt es im Biomarkt.

Am besten eignen sich Erdpigmente. Erde aus dem eigenen Garten oder Lehm geht aber auch. Natürlich funktioniert es auch mit synthetischen Pigmenten - meiner Erfahrung nach ergibt Erde aber das schönere Ergebnis.



Thursday, 17 April 2014

Friday, 21 February 2014

Bald ist Frühling!

Ja, ich weiß, es ist erst Februar, aber trotzdem blüht bald wieder alles. Ich freue mich schon darauf, da ich dann endlich wieder schöne Farben aus Pflanzen herstellen kann.

Es gibt ab Frühjahr auch wieder neue Workshops. Dann zeige ich vielleicht auch, wie man solche
Holzbilder herstellen kann: